Rund um Kredit Finanzierung

In den Wechselstuben und Banken Geld umtauschen

Geld ist ein universell einsetzbares Handelsgut, welches an sich keinen oder nur einen sehr geringen Materialwert aufweist. Der Wert des Geldes in einem Währungsgebiet wird durch mehrere Faktoren bestimmt.

Die Erfindung des Geldes war ein Meilenstein in der Handelsgeschichte der Menschheit. Man hatte die ersten Geldscheine und -münzen so hergestellt, dass ihr Materialwert ihren Eintauschwert repräsentierte. Mittlerweile arbeitet man mit Münzen und Scheinen, deren aufgedruckter oder -geprägter Wert ihren Eintauschwert repräsentiert. In einem Währungsgebiet hat immer nur die Notenbank das Recht, Geld in Umlauf zu bringen. Die Notenbank gibt einen Leitzins vor, für den andere Geldinstitute Werte für Bankkunden übernehmen können. Dieses System ist sehr empfindlich und wird von mehreren Institutionen kontrolliert. Auch staatenübergreifend gibt es Regeln, die den Geldfluss bestimmen. Um den Wert einer Währung repräsentativ festlegen zu können, hat man die Leitwährung eingeführt, an der sich andere Währungen auf dem freien Markt messen lassen. Die Leitwährung ist derzeit die der USA, weil diese gleichzeitig die weltweit wichtigste Wirtschaftsmacht sind. Dennoch ist der Wert dieser Währung nicht unbedingt höher als die der Europäischen Union, deshalb muss man auf die aktuellen Wechselkurse schauen, wenn man Geld umtauschen möchte.

Man kann durch die Anpassung des Leitzinses und dessen Einfluss auf die allgemeine Wirtschaftslage verschiedene Mechanismen bedienen, welche den Eintauschwert einer Währung gegenüber anderen verändert. Wenn eine Währung besonders schwach ist, dann hilft das meistens der Exportwirtschaft in dem Währungsgebiet, ist sie besonders stark, wird eher die Binnenwirtschaft begünstigt. Man darf aber auch nicht zu sehr den Wert des Geldes beeinflussen, da die Auswirkungen wichtiger Entscheidungen oft erst wesentlich später spürbar sind und man deren Wirkung vorher schwer abschätzen kann. Beispielsweise sorgte ein übermäßig niedriger Leitzins und das Verschenken von Geld an die Bevölkerung des besetzten Rheinlandes 1923 für die erste und einzige Hyperinflation Deutschlands, weil man erst viel zu spät gemerkt hatte, dass Geld ohne Zins zu verteilen, abgesehen von der kurzfristigen Hilfe für die Betroffenen, erhebliche Auswirkungen für ganz Deutschland hatte.

Der Zins eines Kredites ist ein Indikator für den Preis des Geldes. Wenn der Leitzins sehr niedrig ist, dann ist die Währung auch nicht sehr stark. Ist der Leitzins ungewöhnlich hoch, dann wird weniger Geld verliehen, und es wird demzufolge knapper, also steigt der Wert der Währung. Die Zinspolitik wird von Mitarbeitern der Notenbanken bestimmt und kann nicht staatlich beeinflusst werden, denn die Notenbanken müssen als unabhängige Organisationen mit dem Leitzins die Wirtschaftskraft des Währungsraumes so realistisch wie möglich repräsentieren; so wird ein gesundes Wirtschaftswachstum generiert und Währungswerte bewegen sich miteinander im Gleichgewicht.

Die meisten Banken geben Geld nicht nach aktuellen Wechselkursen aus, sondern sorgen dafür, dass ein geringer Gewinn für den Verwaltungsaufwand beim Eintausch übrig bleibt. Das gilt auch für die Wechselstuben, die man in der Regel in allen größeren Touristenzentren findet. Durch diesen leichten Vorteil sind Banken und Wechselstuben auch besser gegen plötzliche Schwankungen in den Währungswerten geschützt, welche zu einem massiven Verlustgeschäft anwachsen könnten. Deshalb müssen die Institutionen immer auf dem aktuellsten Stand der Währungsentwicklung sein, da sie andernfalls zu träge agieren würden.